Wie lässt sich Energietransparenz in Gebäuden mit mehreren Etagen schaffen?

Lisa Pauli ·
Transparente Querschnittansicht eines mehrstöckigen Gebäudes mit warmem Energiefluss-Licht und leuchtenden Datenknoten in minimalistischem Stil.

Energietransparenz in einem Gebäude mit mehreren Etagen lässt sich durch etagen- und zonenweise Strommessung schaffen, bei der einzelne Verbraucher, Bereiche und Stockwerke separat erfasst und ausgewertet werden. Wer nur die Gesamtstromrechnung kennt, weiß nicht, wo im Gebäude Energie tatsächlich verbraucht wird. Die folgenden Fragen zeigen, welche Daten Sie benötigen, welche Messtechnik sich eignet und wann sich der Aufwand für mittelständische Unternehmen und Gebäudebetreiber lohnt.

Welche Daten braucht man für echte Energietransparenz in einem Gebäude?

Echte Energietransparenz in einem Gebäude entsteht, wenn Sie nicht nur den Gesamtverbrauch kennen, sondern wissen, welcher Bereich, welche Etage oder welche Anlage wann wie viel Strom verbraucht. Dafür brauchen Sie zeitlich aufgelöste Messdaten auf Verbraucherebene, also Lastprofile einzelner Zonen, Stockwerke oder Anlagen, nicht nur eine monatliche Gesamtrechnung.

Konkret sind folgende Datenpunkte relevant:

  • Wirkleistung und Energieverbrauch je Etage, Zone oder Anlage in kWh
  • Zeitlich aufgelöste Lastprofile, die zeigen, wann der Verbrauch steigt oder sinkt
  • Grundlastdaten, also der Verbrauch außerhalb der Nutzungszeiten, zum Beispiel nachts oder am Wochenende
  • Vergleichsdaten zwischen verschiedenen Bereichen im gleichen Zeitraum
  • Spannungsqualität und Blindleistung, wenn Netzprobleme oder ineffiziente Betriebsmittel vermutet werden

Messdaten allein führen nicht automatisch zu Einsparungen. Ihr Nutzen liegt darin, Transparenz zu schaffen und eine Datengrundlage bereitzustellen, auf deren Basis Sie Auffälligkeiten untersuchen, Maßnahmen priorisieren und Veränderungen nach deren Umsetzung überprüfen können. Erst wenn Sie wissen, wo Energie hingeht, können Sie gezielt eingreifen.

Was ist Submetering und wie funktioniert es in mehrstöckigen Gebäuden?

Submetering bezeichnet die Unterzählung, also die Messung des Energieverbrauchs unterhalb des Hauptzählers auf Ebene einzelner Bereiche, Etagen, Mieter oder Anlagen. In mehrstöckigen Gebäuden bedeutet das: Jede Etage, jede Nutzungseinheit oder jede technische Anlage erhält einen eigenen Messpunkt, dessen Daten separat erfasst und ausgewertet werden.

In der Praxis funktioniert Submetering in mehrstöckigen Gebäuden so:

  1. Messpunkte definieren: Sie legen fest, welche Bereiche separat gemessen werden sollen, zum Beispiel Etage 1, Etage 2, Serverraum, Klimaanlage oder Beleuchtung.
  2. Sensoren installieren: An den relevanten Kabeln oder Unterverteilungen werden Stromwandler oder Rogowski-Spulen angebracht, die den Strom berührungslos erfassen.
  3. Daten erfassen und speichern: Ein Messcontroller zeichnet die Werte mit Zeitstempel auf, sodass Lastverläufe nachvollziehbar sind.
  4. Auswerten: Die Daten werden in einem Portal oder Dashboard visualisiert und können etagen- oder zonenweise verglichen werden.

Ein wichtiger Vorteil des Submeterings in Bestandsgebäuden ist, dass die Messung im laufenden Betrieb erfolgen kann. Anlagen müssen nicht abgeschaltet oder umgebaut werden. Das macht die Einführung auch in genutzten Gebäuden praktikabel, ohne den Betrieb zu unterbrechen.

Welche Messtechnik eignet sich für die etagen- und zonenweise Erfassung?

Für die etagen- und zonenweise Energieerfassung in Gebäuden eignen sich mobile oder fest installierte Messcontroller mit flexiblen Stromsensoren, die mehrere Verbraucher gleichzeitig und im laufenden Betrieb erfassen können. Entscheidend ist, dass die Messtechnik ohne Umbau der Anlage auskommt und die Daten zeitlich aufgelöst speichert.

Mobile Messtechnik für temporäre Analysen

Mobile Messkoffer sind besonders geeignet, wenn Sie zunächst herausfinden möchten, wo in Ihrem Gebäude die größten Verbrauchsschwerpunkte liegen, bevor Sie in eine dauerhafte Infrastruktur investieren. Sie werden vor Ort angeschlossen, messen Strom, Spannung, Wirkleistung und Energie Phase für Phase und lassen sich nach der Analyse an einem anderen Standort einsetzen. Flexible Rogowski-Spulen werden einfach um die Kabel gelegt und messen berührungslos über das Magnetfeld. Systeme wie der mE2go Messkoffer können bis zu 26 dreiphasige Verbraucher gleichzeitig erfassen, was für die parallele Analyse mehrerer Etagen oder Zonen in einem Messdurchgang ausreicht.

Fest installierte Messtechnik für dauerhaftes Monitoring

Wenn Sie dauerhaft Energietransparenz im Gebäude sicherstellen möchten, sind fest installierte Messcontroller an den Unterverteilungen der einzelnen Etagen die richtige Wahl. Diese Geräte erfassen kontinuierlich und senden die Daten an ein zentrales Energiemanagementsystem. Wichtig bei der Auswahl: Die Stromwandler müssen korrekt konfiguriert sein, Spannung und Stromsignal müssen von derselben Phase stammen, damit Wirkleistung und Energieverbrauch korrekt berechnet werden. Eine falsche Phasenzuordnung führt zu systematisch falschen Messwerten.

Wie lassen sich Energiedaten aus mehreren Etagen sinnvoll auswerten?

Energiedaten aus mehreren Etagen lassen sich sinnvoll auswerten, indem Sie die Lastprofile der einzelnen Bereiche im gleichen Zeitraum vergleichen, Grundlasten identifizieren und Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Verbrauchsspitzen oder Verbrauch außerhalb der Nutzungszeiten gezielt untersuchen. Rohdaten allein reichen nicht, sie müssen strukturiert visualisiert und interpretiert werden.

Folgende Auswertungsansätze sind in der Praxis besonders nützlich:

  • Etagen- und Zonenvergleich: Stellen Sie die Lastprofile verschiedener Stockwerke nebeneinander. So erkennen Sie, welche Etage überproportional viel verbraucht und ob das mit der Nutzungsintensität übereinstimmt.
  • Grundlastanalyse: Schauen Sie, welche Verbraucher außerhalb der Betriebszeiten weiterhin Strom benötigen. Klimaanlagen, Server oder Beleuchtung, die nachts oder am Wochenende laufen, sind häufige Einsparpotenziale.
  • Vorher-Nachher-Vergleich: Wenn Sie eine Maßnahme umsetzen, zum Beispiel eine neue Beleuchtungssteuerung, messen Sie den Verbrauch davor und danach unter vergleichbaren Betriebsbedingungen. Nur so lässt sich der tatsächliche Effekt belastbar quantifizieren.
  • Schwellenwerte und Alarme: Setzen Sie Grenzwerte für einzelne Bereiche. Wird ein Schwellenwert überschritten, erhalten Sie eine Meldung und können schnell reagieren.

Für die Auswertung empfehlen sich Dashboards, die Energie und Leistung für frei wählbare Zeiträume darstellen und die Kanäle verständlich benennen, zum Beispiel nach Etage oder Anlage. Das erleichtert die Zuordnung der Daten erheblich und macht die Ergebnisse auch für Nicht-Techniker nachvollziehbar.

Welche Fördermittel gibt es für Energiemonitoring in Gebäuden?

Für Energiemonitoring und Energiemanagementsysteme in Gebäuden können Unternehmen in Deutschland Fördermittel über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Das Programm Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft fördert unter anderem Energiemanagementsoftware und Messtechnik, wenn diese bei der BAFA als förderfähig gelistet sind.

Relevante Förderwege im Überblick:

  • BAFA-Förderung Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft: Fördert Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen, darunter Messtechnik und Energiemanagementsysteme. Die Förderquote kann je nach Unternehmensklasse und Maßnahme bis zu 45 Prozent betragen.
  • KfW-Programme: Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für energetische Sanierungen und Effizienzmaßnahmen in Nichtwohngebäuden an, die auch Monitoring-Infrastruktur einschließen können.
  • ISO 50001 als Förderhebel: Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betreiben, können von reduzierten Energieabgaben profitieren. Energiemonitoring ist eine technische Grundvoraussetzung für die Zertifizierung.

Wichtig: Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Prüfen Sie vor der Investition, welche Produkte und Dienstleistungen aktuell förderfähig sind, und beantragen Sie die Förderung immer vor Beginn der Maßnahme. Eine nachträgliche Förderung ist in der Regel nicht möglich.

Wann lohnt sich die Einführung eines etagengenauen Energiemonitorings?

Ein etagengenaues Energiemonitoring lohnt sich, wenn Sie den Gesamtverbrauch Ihres Gebäudes kennen, aber nicht wissen, welche Bereiche oder Anlagen dafür verantwortlich sind. Je größer das Gebäude, je mehr Nutzer oder Mieter es gibt und je höher die Energiekosten, desto schneller amortisiert sich die Investition in eine differenzierte Messtechnik.

Konkrete Situationen, in denen der Einstieg sinnvoll ist:

  • Ihre Energiekosten steigen, aber Sie können nicht erklären, warum
  • Sie vermieten Flächen und möchten den Verbrauch verursachergerecht abrechnen
  • Sie planen Effizienzmaßnahmen und brauchen eine belastbare Ausgangsbasis, um Investitionen zu priorisieren
  • Sie bereiten ein Energieaudit nach DIN 16247-1 oder eine ISO-50001-Zertifizierung vor
  • Sie vermuten, dass Anlagen außerhalb der Nutzungszeiten unnötig Strom verbrauchen

Ein pragmatischer Einstieg ist oft eine temporäre Messung mit mobiler Messtechnik. So erhalten Sie schnell einen Überblick über die tatsächlichen Verbrauchsschwerpunkte, ohne sofort in eine dauerhafte Infrastruktur investieren zu müssen. Auf Basis dieser Daten können Sie entscheiden, welche Bereiche dauerhaft überwacht werden sollen und wo Maßnahmen den größten Effekt haben.

Wie manageE Sie bei der Energietransparenz in Gebäuden unterstützt

Wir verbinden langjährige Erfahrung in der Messtechnik mit praxisnahen Lösungen, die speziell für mittelständische Unternehmen und Gebäudebetreiber entwickelt wurden. Unser Ziel ist nicht nur, Energieverbrauch sichtbar zu machen, sondern eine konkrete Grundlage für Prozessoptimierung und fundierte Investitionsentscheidungen zu schaffen.

Was wir konkret für Sie tun:

  • Etagen- und zonenweise Strommessung im laufenden Betrieb, ohne Abschalten oder Umbau bestehender Anlagen
  • Einsatz unseres mobilen mE2go Messkoffers für temporäre Analysen und Energieaudits nach DIN 16247-1
  • Parallele Erfassung mehrerer Verbraucher mit zeitlich aufgelösten Lastprofilen und übersichtlicher Auswertung im Browser
  • Unsere Messtechnik ist beim BAFA als förderfähig gelistet, was Ihnen den Zugang zu Fördermitteln erleichtert
  • Von der ersten Analyse über die Konzepterstellung bis zur vollständigen Umsetzung begleiten wir Sie ganzheitlich

Wenn Sie wissen möchten, wie manageE Energietransparenz in Ihrem Gebäude umsetzt, sprechen Sie uns an. Wir zeigen Ihnen, welche Messpunkte für Ihr Gebäude sinnvoll sind und wie Sie die Daten gezielt nutzen können. Nehmen Sie gerne Kontakt auf.

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